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Kreislaufschränke in München: die 5 häufigsten Fragen

Wo stehen sie? Was darf rein? Was kostet das? Wer räumt eigentlich auf? Und wie kann ich mitmachen? Wir stehen oft selbst an unseren Schränken und beantworten diese Fragen im Gespräch. Hier stehen die Antworten schwarz auf weiß.

Manche Leute kennen uns seit Jahren. Andere bleiben zum ersten Mal vor einem Kreislaufschrank stehen und trauen sich nicht so recht. Fünf Fragen kommen bei uns immer wieder, an den Schränken, per Mail und in den Kommentaren auf Instagram. Wir beantworten sie hier so knapp und klar, wie es geht.

1. Wo stehen die Kreislaufschränke in München?

Aktuell betreiben wir 19 Kreislaufschränke. 17 davon stehen im Münchner Stadtgebiet, dazu kommen zwei große Kreislaufcontainer in Germering und Gröbenzell. In diesen Stadtteilen wirst du fündig:

Au, Denning, Fürstenried, Laim, Lochhausen, Messestadt Riem, Moosach, Obergiesing, Obermenzing, Ramersdorf-Perlach, Schwabing-West, Sendling, Sendling-Westpark, Untergiesing

Dazu kommt das Plausch&TauschMobil Rüdiger, ein Kreislaufschrank auf Rädern. Rüdiger bleibt ein paar Monate an einem Ort und zieht dann weiter, zuletzt war er unter anderem in Moosach und in Untergiesing.

Die meisten Schränke stehen draußen und sind rund um die Uhr zugänglich. Ein paar findest du drinnen, zum Beispiel in Filialen der Münchner Stadtbibliothek, die sind dann an die Öffnungszeiten gebunden. Sonst gilt: meist keine Öffnungszeiten, keine Anmeldung.

Die genauen Adressen (und ggf. Öffnungszeiten) stehen auf unserer Karte mit allen Standorten, dazu Fotos. Weitere Standorte sind in Planung.

2. Was darf in den Kreislaufschrank rein und was nicht?

Rein dürfen gut erhaltene, saubere und funktionierende Alltagsgegenstände. Also z.B. Geschirr, Küchenutensilien, Vasen, Deko, Spielzeug, Werkzeug, Schreibwaren, Spiele, DVDs und Sportsachen. Kleine Elektrogeräte gehen ebenfalls, solange sie funktionieren und vollständig sind, also mit Kabel, Stecker und allen Einzelteilen.

Nicht in den Kreislaufschrank gehören:

  • Lebensmittel. Dafür gibt es die Fair-Teiler von Foodsharing.
  • Medikamente, Waffen und scharfe oder spitze Gegenstände. An unseren Schränken sind Kinder unterwegs, oft ohne Begleitung. Solche Dinge haben dort nichts verloren.
  • Größere Mengen Bücher. Die passen besser in einen der vielen öffentlichen Bücherschränke.
  • Erwachsenen-Kleidung in größeren Mengen. Kinderkleidung geht, für alles andere gibt es zum Beispiel die diversen Altkleidercontainer
  • Kaputtes, Verschmutztes, Unvollständiges. Was niemand mehr brauchen kann, ist Müll und wird für unsere Ehrenamtlichen zur Arbeit.
  • Große Möbel und Großgeräte. Ein Sessel oder ein Kühlschrank passt nicht in den Schrank. Häng stattdessen einen Zettel ans Schwarze Brett am Standort oder nutze Portale wie kleinanzeigen.de und nebenan.de. Große Sachen nimmt auch die Halle 2 des AWM an. Eine Ausnahme sind unsere beiden Kreislaufcontainer in Germering und Gröbenzell, da ist deutlich mehr Platz.

Eine einfache Faustregel: Wenn du den Gegenstand jemandem aus der Nachbarschaft direkt in die Hand drücken würdest, passt er in den Schrank. Wenn du dabei zögerst, eher nicht.

3. Kostet das etwas und muss ich etwas mitbringen?

An unseren Kreislaufschränken kannst du kostenlos Gegenstände abgeben und mitnehmen. Du brauchst keine Anmeldung und keinen Ausweis. Und du musst nichts mitbringen, um etwas mitnehmen zu dürfen.

Deshalb sagen wir auch nicht mehr „tauschen“. Ein Tausch setzt in der Regel eine Gegenleistung voraus, und genau die gibt es bei uns nicht. Abgeben und mitnehmen sind zwei getrennte Sachen, du kannst beides machen oder nur eines davon.

Die Schränke sind für alle da, die im Viertel unterwegs sind. Für Familien, für Leute, die seit vierzig Jahren hier wohnen, und für die, die gerade erst angekommen sind. Herkunft, Sprache, Einkommen und Alter spielen am Schrank keine Rolle. Wir bauen unsere Standorte so barrierefrei wie möglich, damit auch Menschen mit Behinderung sie gut nutzen können. Diese Mischung ist für uns der eigentliche Punkt.

4. Wer betreibt die Kreislaufschränke und wer räumt sie auf?

Alle Standorte betreibt der Kreislaufschränke München e.V. Das sind wir: ein gemeinnütziger Verein, gegründet 2020, rund 50 Mitglieder, fast vollständig ehrenamtlich.

Die eigentliche Arbeit passiert vor Ort. Schrankpat*innen schauen regelmäßig vorbei, räumen auf und sortieren aus, was kaputt ist. Genau das entscheidet darüber, ob ein Schrank einladend bleibt. Standortkoordinator*innen halten das Team zusammen, sind für die Nachbarschaft ansprechbar und bauen neue Standorte mit auf. Wir als Verein planen, beraten, organisieren Material und kümmern uns um Genehmigungen, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung.

Wir finanzieren uns über Spenden, Fördermittel und Mitgliedsbeiträge. Einzelne Schränke sind zusätzlich von Bezirksausschüssen oder Kooperationspartnern unterstützt worden.

Was dabei zusammenkommt, haben wir 2025 zum ersten Mal systematisch gezählt (unsere Erhebung von 2025): Pro Tag wechseln rund 1.270 Gegenstände die Besitzer*innen. Hochgerechnet sind das etwa 463.000 Gegenstände im Jahr. Nach unserer Schätzung entspricht das rund 811 Tonnen CO2, die nicht anfallen, weil weniger neu gekauft und weniger verbrannt wird.

Wenn ein Schrank kaputt ist, schreib uns bitte an vorstand@kreislaufschraenke.de. Wenn Müll danebensteht, freuen sich die Pat*innen über einen kurzen Hinweis, oft ist es aber schon eine große Hilfe, wenn du zwei Sachen ins Regal zurückräumst.

5. Wie kann ich mitmachen oder einen Kreislaufschrank ins eigene Viertel holen?

Schreib uns an kontakt@kreislaufschraenke.de. Es gibt mehrere Wege, und alle fangen mit einer Mail an.

  • Schrankpat*in werden. Du übernimmst einen Schrank in deiner Nähe zusammen mit anderen und hältst ihn in Schuss.
  • Einen neuen Standort aufbauen. Als Standortkoordinator*in begleitest du einen neuen Standort von der Idee bis zur Eröffnung, unterstützt vom Verein.
  • Mitglied werden oder spenden. Damit finanzieren wir Material, Reparaturen und neue Schränke.

Ein neuer Standort dauert. Es braucht eine Fläche, eine Genehmigung und ein Team vor Ort, das dranbleibt. Bis zur Eröffnung vergeht oft mehr als ein Jahr, vor allem weil die Nutzung des öffentlichen Raums für gemeinnützige Projekte in München noch immer kompliziert ist. Genau dafür setzen wir uns auch politisch ein.

Uns hilft es aber schon, wenn du gut erhaltene Gegenstände vorbeibringst und deinen Nachbar*innen von den Schränken erzählst. Und wenn du beim nächsten Besuch kurz ein Regal aufräumst oder eine Ecke gerade rückst.


Noch eine Frage offen? Weitere Antworten findest du in unseren FAQ. Und wenn deine Frage dort nicht dabei ist, schreib uns einfach: kontakt@kreislaufschraenke.de

Stand: August 2026

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