Was haben Kreislaufschränke mit dem Soziologen Hartmut Rosa, mit Resonanz und Weltbeziehungen zu tun? Mehr als man denkt!
Kreislaufschränke folgen einem simplen Prinzip: Sie sind stets geöffnete Tauschregale für allerlei Alltagsgegenstände. Sie sorgen für weniger Abfall. Und weniger Neu-Konsum. Und sie haben auch zahlreiche soziale Komponenten: sie sorgen für Lebendigkeit im Quartier, wirken Einsamkeit entgegen, entlasten den Geldbeutel und machen die Erfahrung von Selbstwirksamkeit möglich, indem sie zur Mitwirkung als Schrankpatin einladen.
Aber: das ist noch nicht alles.
Kreislaufschränke führen zusätzlich zu resonanten Weltbeziehungen. Toll! Und was heißt das?
Unter Resonanz versteht der Soziologie Hartmut Rosa die klingende, unberechenbare Beziehung mit den Objekten und der Welt. Und wie machen die Kreislaufschränke dies?
- Sie machen durch den Moment der Unverfügbarkeit Resonanzerlebnisse möglich.
- der Konsum lässt sich nicht planen
- es ist absoluter Zufall, welche Gegenstände sich zu einem bestimmten Zeitpunkt im KLS befindet (Spannung, Spiel, Entdeckerfreude)
- Man muss sich stets neu überraschen lassen und ergebnisoffen zum Schrank gehen
- Es gibt keine Garantie, keine Möglichkeit der Steuerung, man kann daher nicht zielgerichtet vorgehen
2. Hinzu kommt das Merkmal der Anverwandlung.
- die Gegenstände stehen nicht mehr nur für sich, sondern in Verbindung mit den Menschen, die sie genutzt haben.
- Sie haben eine Vergangenheit und „eine Stimme“.
- Und damit die Möglichkeit, uns über ihr reines Ding-Sein hinaus zu berühren und zu verändern.
Fazit: Kreislaufschränke verhelfen uns zu Resonanzerfahrungen, indem wir wieder mehr in Beziehung treten zu den Dingen, die wir nutzen. Aus dieser resonanten Weltbeziehung, zumindest im Bereich Konsum, entsteht Lebendigkeit und Freude.

