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Hamstern in einem Kreislaufschrank? 

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In letzter Zeit beobachten wir leider vermehrt, dass „Hamster“ unsere Kreislaufschränke leerräumen. Das sind oft Gebrauchtwaren- und Trödelhändler, die auf der Suche nach Schnäppchen sind, um diese dann weiterzuverkaufen.

Was ist das Problem damit?

Die grundlegende Idee hinter den Kreislaufschränken ist, dass wir Gegenstände tauschen und so weniger konsumieren bzw. neu kaufen müssen. So soll die Kreislaufwirtschaft gestärkt und Ressourcen geschont werden. Gegenstände zu tauschen bzw. im Kreislauf zu halten, spart gleichzeitig Geld. Einige Menschen, die unsere Kreislaufschänke besuchen, nutzen aus eben diesem Grund unser Angebot.

Es kommt leider immer wieder vor, dass Gebrauchtwarenhändler sich in den Kreislaufschränken „bedienen“.

Ein Verkauf von Gegenständen, die aus den Schränken entnommen wurden, steht diesem Gedanken aber komplett entgegen. Der Tausch-Kreislauf ist damit unterbrochen.

Wichtig ist uns, dass die mitgenommenen Gegenstände nicht im Müll landen.

Uns ist es wichtig, dass die Gegenstände aus den Kreislaufschränken nicht im Müll landen. Selbst dann, wenn sie nicht getauscht – sondern verkauft – werden, sollten sie weiterhin Verwendung finden, und damit im Kreislauf bleiben. Daher finden wir es problematisch, wenn Händler unverkäufliche Waren einfach entsorgen. In einem Kreislaufschrank wären diese Gegenstände im Zweifel weiter getauscht worden. Unser Grundgedanke ist daher, dass die Gegenstände unentgeltlich weitergegeben werden, um den Tauschgedanken, die Kreislaufwirtschaft und die Müllreduzierung zu fördern.

Grundsätzlich wenig Handlungsmöglichkeiten seitens des Vereins, aber: wir finden das nicht gut.

Leider haben wir als Verein rechtlich wenig Möglichkeiten, gegen das „Hamstern“ vorzugehen. Dennoch möchten wir deutlich machen, dass wir dieses Verhalten nicht gutheißen. Denn es widerspricht dem Grundgedanken der Kreislaufschränke und schadet der Gemeinschaft, explizit der Nachbarschaft. Menschen, die einen Gegenstand in einen Kreislaufschrank legen, wollen häufig einer anderen Person aus der Nachbarschaft etwas Gutes tun und im Zweifel eben nicht einem Händler das Einkommen aufbessern. 

Wie mit der Situation umgehen?

Bedauerlicherweise haben unsere ehrenamtlichen Schrankpat:innen mit dem „Hamstern“ regelmäßig zu kämpfen. Julia Schnell, Vorstand des Vereins, bringt es auf den Punkt:

“Viele Schrankpatinnen und Schrankpaten beobachten, dass Einzelpersonen sich über die haushaltsüblichen Mengen hinaus bedienen. Schilder und Zettel werden oft ignoriert, daher ist es wichtig, die Menschen persönlich anzusprechen. Hier kann jede:r aktiv werden, der ein solches Verhalten beobachtet.“

Stark frequentierte Standorte sind womöglich besser geschützt

Wir stellen außerdem fest, dass stark frequentierte Standorte weniger anfällig für „Hamster“ sind. Die Aufmerksamkeit und das Mitwirken der Passanten könnten hier abschreckend wirken.

Was kannst du tun?

Wenn du jemanden beobachtest, der übermäßig viele Gegenstände aus einem Kreislaufschrank nimmt, kannst du die Person ansprechen und freundlich auf die Prinzipien und die grundlegende Idee der Kreislaufschränke hinweisen.

Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Kreislaufschränke ihrem eigentlichen Zweck dienen: dem unentgeltlichen Tausch von Gegenständen und der Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

Wenn ihr noch weitere Tipps oder Erfahrungen zu dem Thema habt, freuen wir uns über eure Kommentare.

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