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„Gegenstände abgeben und kostenlos mitnehmen!“

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„Abgeben und kostenlos mitnehmen“: Warum wir nicht mehr von „tauschen“ sprechen
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Wir haben uns zum Ziel gesetzt, nachhaltiges Handeln und den Gemeinschaftssinn zu stärken. Deshalb bieten wir kostenlose und einfache Möglichkeiten, Gegenstände weiterzugeben. Im Austausch mit unserer Community ist uns aufgefallen, dass der Begriff „tauschen“ nicht immer klar ist und sogar Menschen ausschließen kann. In diesem Artikel erklären wir, warum wir uns von diesem Begriff verabschiedet haben und wie unsere neue, inklusive Sprache mehr Menschen anspricht und gleichzeitig unnötige Barrieren abbaut.

Warum ‚Tauschen‘ missverstanden werden kann

Der Begriff „tauschen“ ist irreführend, weil er eine falsche Vorstellung von der Funktionsweise des Kreislaufschranks vermittelt. Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet das Wort, dass man etwas gibt und im Gegenzug sofort etwas anderes bekommt. Das kann den Eindruck erwecken, dass man selbst etwas mitbringen muss, um überhaupt erst etwas aus dem Kreislaufschrank nehmen zu dürfen. Das stimmt aber nicht! Und dieses Verständnis entspricht auch nicht dem Grundgedanken unserer Initiative: Der Kreislaufschrank ist kein Ort des Handels oder des formellen Austauschs. Er ist eine Möglichkeit, Dinge kostenlos zu geben und zu nehmen – ohne Bedingungen!

Eine neue Formulierung für mehr Inklusion

Indem wir eine inklusive Sprache verwenden und verschiedene Gruppen berücksichtigen, können wir sicherstellen, dass unser Anliegen alle Menschen erreicht und niemand ausgeschlossen wird. Allen soll klar sein: Jeder Mensch darf an Kreislaufschränken etwas abgeben, kostenlos mitnehmen oder beides, ohne bürokratischen Aufwand und ohne Bedingungen.

Wir bekamen die Rückmeldung, dass wenn jemand nicht genau weiß, was mit „tauschen“ gemeint ist, diese Person vielleicht lieber nicht hingeht. Uns ist es wichtig, dass Alle unsere Infos verstehen. Deshalb haben wir darauf geachtet, eine Sprache zu verwenden, die möglichst viele Menschen erreicht. Denn jede*r soll an Kreislaufschränken Gegenstände abgeben, kostenlos mitnehmen oder beides können – ohne komplizierte Regeln oder irgendwelchen Papierkram.

Beispiele aus dem Leben

  • Herr Tanako, der seinen Haushalt verkleinert, bringt gut erhaltene Gegenstände, die er nicht mehr benötigt, in den Kreislaufschrank. Er freut sich, dass seine Dinge noch jemand anderem zugutekommen und nicht im Müll landen.
  • Elena studiert und verfügt nur über ein begrenztes Budget. Sie nimmt Geschirr und ein paar Bücher aus dem Kreislaufschrank mit, ohne dafür im Gegenzug Gegenstände hineinlegen zu müssen. Diese Freiheit entlastet sie und stärkt ihr Vertrauen in das Konzept.
  • Familie Silva, die neu in der Stadt ist, entdeckt einen Kreislaufschrank und findet dort nützliche Küchenutensilien für den Haushalt und ein paar kleine Dekorationsgegenstände. Am Schrank kommt die Familie mit anderen Menschen aus der Nachbarschaft zwanglos ins Gespräch und fühlt sich in ihrem neuen Viertel sofort wohl. Später werden sie regelmäßig zum Kreislaufschrank kommen, zu klein gewordene Kleidung der Kinder abgeben und Spielsachen mit nach Hause nehmen.

Ein Gewinn für alle und ein Zeichen unserer Haltung

Unsere Sprache zu reflektieren ist für uns ein wichtiger Schritt für eine barrierefreie Kommunikation. Wenn alle verstehen, wie der Kreislaufschrank funktioniert, können mehr Menschen ihn nutzen. Das ist besonders wichtig in einer vielfältigen Stadt wie München, in der Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und mit verschiedenen Sprachen leben. Unsere neue Formulierung setzt daher auch ein Zeichen für unsere Haltung: Wir wollen ein Verein sein, der sich in einer vielfältigen Gemeinschaft dafür einsetzt, gebrauchte Gegenstände lange zu nutzen und sie wertzuschätzen, Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden. Der Kreislaufschrank ist für uns mehr als nur ein Ort, an dem Dinge ihre  Besitzer wechseln. Er ist ein lebendiger Teil unserer Nachbarschaft, ein Ort der Begegnung und des Teilens. Wir laden alle herzlich ein, sich uns anzuschließen und mitzumachen!

Wir sehen uns am Kreislaufschrank!

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