Wo stehen sie? Was darf rein? Was kostet das? Wer räumt eigentlich auf? Und wie…
Ein idealtypischer Kreislaufschrank
Am RIO Grande in der Messestadt Riem steht ein Kreislaufschrank, der von Anfang an für alle gedacht war. Vorstandsmitglied Chris Ross stellt den Schrank genauer vor und erklärt, was ihn besonders macht.

Knapp 20 von unserem Verein betriebene Kreislaufschränke stehen mittlerweile in München, und die meisten sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Der RIO Grande in der Messestadt Riem, nahe der U-Bahn, fällt aus der Reihe: Er ist unterfahrbar. Wer im Rollstuhl sitzt, kann direkt darunter, die Knie passen unter den Schrank, und die Regale sind gut zu erreichen.
„Das Besondere an diesem Schrank ist seine Barrierefreiheit“, sagt Chris. Ein Detail, das viele Standorte bislang nicht alle Kreislaufschränke berücksichtigen konnten, stand hier von Anfang an im Mittelpunkt.
Schiebetüren statt Aufklapptüren
Der Unterschied zeigt sich auch an der Tür. Der RIO Grande hat Schiebetüren, keine Aufklapptüren. Für Menschen im Rollstuhl macht das einen großen Unterschied: Eine aufklappende Tür würde ihnen genau in dem Moment im Weg stehen, in dem sie an den Schrank heranfahren.
Auch die Höhe ist durchdacht, wenn auch nicht perfekt. 2,20 Meter misst der Schrank, das oberste Regal ist im Stehen gut erreichbar. Im Rollstuhl wird es dort oben knapper. Ganz auflösen lässt sich dieser Kompromiss nicht, wie Chris erklärt: Ein Schrank, der insgesamt zu niedrig gebaut ist, würde für alle anderen Nutzer*innen wieder unpraktisch.
Eine clevere Konstruktion
Entworfen hat den RIO Grande Jan, der sich viele Gedanken über gutes Design gemacht hat. Die Konstruktion besteht aus einer Rahmenkonstruktion aus Aluprofil, verkleidet und ganz ohne Schweißarbeiten zusammengesetzt, stattdessen mit Winkeln verbunden. Das Schrägdach macht den Schrank wetterfest, er könnte auch komplett ungeschützt im Freien stehen.
Ein Farbtupfer kommt noch dazu: Die Platten der Verkleidung waren ursprünglich in einer Grundfarbe gehalten und wurden von den Ehrenamtlichen selbst angemalt, in Knallorange.

Ein zweiter Schrank nach demselben Entwurf
Der Entwurf hat sich so gut bewährt, dass er ein zweites Mal gebaut wurde. Am Luise-Kiesselbach-Platz steht sein Pendant, das St. Josef’s Tauschkastl.

Zwei Standorte mit demselben Grundgedanken: Ein Kreislaufschrank, den auch Menschen im Rollstuhl nutzen können sollen. Genau deshalb kann dieser idealtypische Kreislaufschrank auch für weitere Standorte als Vorbild dienen. Wenn wir neue Schränke planen, lohnt sich ein Blick auf den RIO Grande und sein Pendant am Luise-Kiesselbach-Platz, unterfahrbar, mit Schiebetüren und ohne unnötige Hürden gebaut.
Kreislaufschränke in deiner Nähe findest du auf unserer Standorte-Seite.

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