Wo stehen sie? Was darf rein? Was kostet das? Wer räumt eigentlich auf? Und wie…
Zwischen Einhorn-Magie und Ordnungsliebe – Alltag an der Tauschhütte Fürstenried
Gisela ist die gute Seele der Tauschhütte in Fürstenried. Im Interview erzählt sie, wie ihre Liebe zur Ordnung sie zum Verein brachte, warum Einhörner manchmal Schicksal spielen und wieso Rutschbahnen bei ihr keine zehn Minuten im Schrank stehen. Ein Einblick in einen Ort, an dem Dinge nicht nur den Besitzer wechseln, sondern kleine Wunder bewirken.
Wer die Tauschhütte in Fürstenried besucht, wird eines sofort bemerken: Hier herrscht Ordnung. Dafür sorgt Gisela, Standortkoordinatorin in Fürstenried und seit kurzem auch Kassenprüferin des Kreislaufschränke München e.V.s. Doch hinter den aufgeräumten Regalen stecken Geschichten, die zeigen, dass ein Kreislaufschrank weit mehr ist als nur ein Ort zur Müllvermeidung.

Frage: Gisela, schön dass du dir Zeit nimmst! Erzähl doch mal, wie bist du eigentlich zur „Hüterin der Ordnung“ in Fürstenried geworden?
Gisela: Das war eigentlich Zufall – oder vielleicht auch nicht. Ich wohne ganz in der Nähe und bin immer an der Tauschhütte vorbeigelaufen. Ehrlich gesagt: Es war mir oft einfach zu unordentlich dort. Ich bin ein Mensch, der Ordnung liebt – bei mir zuhause ist es immer aufgeräumt. Irgendwann dachte ich mir: „Ich möchte gerne helfen und im Kreislaufschrank für Ordnung sorgen.“ Also bin ich ins benachbarte Familienzentrum und habe meine Hilfe angeboten. Tja, und irgendwann fragte mich der Leiter, ob ich nicht Koordinatorin werden möchte. Jetzt habe ich mein eigenes kleines Team und wir schauen, dass alles läuft.
Was genau macht ihr denn, wenn ihr „nach dem Rechten seht“?
Gisela: Wir sind ein Team von vier Personen. Wir wechseln uns ab, sodass regelmäßig jemand vor Ort ist. Wir sortieren aus, was kaputt oder schmutzig ist, schauen die Bücher durch und sorgen dafür, dass die Tauschhütte einladend bleibt. Wir wischen Staub, schütteln Teppiche aus – einfach alles, was nötig ist, damit man sich wohlfühlt. Und das merken die Leute! Wir haben einen richtig guten Ruf im Viertel, bis nach Neuried. Die Nachbarn schätzen es sehr, dass es bei uns so gepflegt aussieht.

Hand aufs Herz: Welche Rolle spielt bei deinem Engagement das Thema Nachhaltigkeit?
Gisela: Natürlich geht es mir auch darum, dass Dinge nicht im Müll landen! Es ist toll zu beobachten, wie schnell manche Sachen neue Besitzer finden. Warme Kleidung geht weg wie warme Semmeln. Man legt etwas hinein und zwei Stunden später wird es schon von jemandem genutzt, der es braucht. Das ist ein schönes Gefühl.
Du hast uns im Vorgespräch von einem ganz besonderen „Einhorn-Moment“ erzählt. Was hat es damit auf sich?
Gisela: Lacht. Ja, die Einhörner! Es ist fast magisch. Immer wieder landen Einhörner bei uns – aus Plüsch, aus Kunststoff, große und kleine. Neulich war eine Mutter mit ihrer etwa siebenjährigen Tochter da. Das Mädchen drückte ein Plastik-Einhorn fest an ihre Brust und strahlte über das ganze Gesicht. Die Mutter erzählte mir dann völlig verblüfft: „Wir waren auf dem Heimweg und meine Tochter sagte plötzlich: Wir müssen unbedingt zur Tauschhütte, vielleicht ist da ein Einhorn drin.“ Und tatsächlich: Das Einhorn und das Kind haben sich gesucht und gefunden.
Das klingt ja fast wie bestellt!
Gisela: Absolut. Und das passiert öfter. Letzte Woche hatten wir sogar ein riesiges Plüsch-Einhorn. Es hatte einen kleinen Riss am Rücken und das Horn hing etwas schlapp herunter – aber sonst war es top, wie ein Hauptgewinn vom Jahrmarkt. Es war nur ein paar Stunden da, dann hat es jemand mitgenommen, wahrscheinlich um es zu reparieren. Für viele Kinder ist unsere Hütte wie eine echte Schatzkiste.
Hast du noch ein Beispiel dafür, wie schnell die Dinge ihren Weg finden?
Gisela: Oh ja, die Rutschbahn! Im Sommer wurde eine kleine Kinderrutsche abgegeben. Ich habe sie direkt vor die Hütte gestellt, weil sie drinnen zu viel Platz weggenommen hätte. Keine zehn Minuten später kam eine Mutter mit einem zweijährigen Zwerg vorbei. Der Kleine hat die Rutsche gesehen und sofort ausprobiert – tapp, tapp, tapp ist er die Stufen hoch und gerutscht, ganz allein. Die Mutter hat sie sofort mitgenommen für den Balkon. Das Kind hat sofort erkannt: „Das ist was für mich!“ Und genau dafür machen wir das.
Vielen Dank, Gisela, für diese schönen Geschichten und deinen unermüdlichen Einsatz für die Ordnung und das Miteinander in Fürstenried!
Du hast selbst Lust, dich ehrenamtlich zu engagieren? Dann melde dich bei uns unter kontakt@kreislaufschraenke.de – wir freuen uns über neue Schrankpatinnen und Schrankpaten und Unterstützung in jedem Stadtteil!
Das Interview führte Daniel.

Gisela ist wirklich eine engagierte Nachbarin und Mitgestalterin im Quartier.
Wir erhalten auch über die Plattform nebenan.de zahlreiche wichtige und hilfreiche
Informationen rund ums Quartier. Dazu gehören auch Informationen aus den Bezirksausschußsitzungen BA19, mit Entscheidungen über Neuerungen die unser Quartier
betreffen.
An dieser Stelle,
danke Gisela für deinen unermüdlichen Einsatz und stets gute Laune.
Die tauschhütte in Fürstenried ist ein wahrer Schatz. Die Leute die die Hütte pflegen wissen wir sehr zu schätzen 🥰
Liebe Gisela, vielen Dank für dein Engagement!
Bitte liebe Spender, haltet Ordnung 🙏
Heute war ich im Häuschen und es war sehr verwüstet….
Das ist wirklich schade, weil das eine so gute Idee ist! Ich hätte bei meiner Hausauflösung so viele Sachen wegwerfen müssen.
Alles gute weiterhin.
Silvia